Aleksej Rjaskin

Aleksej Rjaskin wurde 1984 in Woronesch geboren und hat an der Staatlichen Akademie für Forstwirtschaft Woronesch studiert. Nach einem Intermezzo in Moskau entschied er sich für ein Zweitstudium der Journalistik an der Staatlichen Universität Woronesch. Texte und Gedichte Rjaskins sind in den Zeitschriften Podjom und Gubernskij Stil, in den Sammelbänden junger Literaten Perwaja Wecha, Buninskij bal, Poetech, in den Zeitungen Literaturnaja Gazeta und Kommuna erschienen. 2010 veröffentlichte er in Woronesch den Gedichtband Solnze za pasuchoj.

Alexej Rjaskin
2012 in Woronesch

Ausgewählte Veröffentlichungen:

  • Aleksej Rjaskin: Skazki odnoj nedeli (dt.: Märchen einer Woche). Woronesch: Bolchowitinow, 2008, 119 Seiten, ISBN 987-5-8745-6731-6

Märchen des Lichtes und der Hoffnung

Die moderne Literatur ist reich an märchenhaften Texten. Zauberhafte Ereignisse, ungewöhnliche Protagonisten, ein spannendes Sujet sind in diesen Texten und literarischen Geschichten üblicherweise anzutreffen. Bekanntermaßen ist eine phantastische Entourage nicht notwendigerweise ausschlaggebend für den Wert eines Werkes, sondern der Sinn und die ethische Bedeutung der erzählten Geschichten für den Leser. Auch wenn sich unser Jahrhundert, das der Literatur lediglich unterhaltende Funktionen zuschreibt, darum überhaupt nicht kümmert. Es gibt sich mit einer ausreichend schockierenden Intrige zufrieden. Für alles andere fehlen Zeit und Verstand.

Aleksej Rjaskins „Märchen einer Woche“ haben einen ausgesprochen seltenen Erzählstil. Unter der literarischen Oberfläche der leicht europäisch stilisierten Märchen erschließen sich dem Leser weitere Sinn-Ebenen – literarische Fabeln und fast unbemerkt für den unerfahrenen Leser – existentielle Kollisionen, wie sie in der großen und ernsthaften Literatur zu finden sind.

Mancher Leser entdeckt in Rjaskins Märchen die Spuren der russischen phantastischen Literatur Ende des 19. Jahrhunderts, den Widerhall der Qualen Dostojewskis und Tolstois oder das Echo der düsteren Kafka-Motive. Und jeder hat damit irgendwie Recht, allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Alle Märchen Rjaskins sind voller Licht und Hoffnung, Eigenschaften, die für unsere apokalyptischen Zeiten außerordentlich wichtig sind. Bei Aleksej Rjaskin ist selbst die Luft voller Phantasie und Zauber und zugleich real greifbar. Die phantastischen Helden werden zeitweise sehr materiell und konkret in ihren Gewohnheiten dargestellt. Mit erstaunlicher Leichtigkeit verbindet der Autor ausgedachte Schönheit und sehr alltägliche Beobachtungen. Ein kluger und feinsinniger Märchenerzähler, der zugleich die Möglichkeiten der realistischen Prosa beherrscht, ist beinahe eine einzigartige Erscheinung in der russischen Literatur des neuen Jahrhunderts. Kinder und Erwachsene, Jugendliche und ältere Menschen lesen die „Märchen einer Woche“ mit gleich großem Interesse. Das bedeutet, dass in den Märchen wichtige, bemerkenswerte und auch nicht gänzlich erklärte Bilder stecken, die Lebenshilfe und Antworten sind auf die komplizierten Fragen der Welt und auf die Vorwürfe unseres müden Herzens.

(Wjatscheslaw Ljutyj, Mitglied des Verbandes der Schriftsteller Russlands)

Link zur Rezension bei NRCT

 

Deutsche Version: Leseprobe

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